Kreis Steinfurt legt Stipendienprogramm für angehende Medizinerinnen und Mediziner auf

 
 

 
 
 

Kreis Steinfurt - Eine tolle Chance für angehende Medizinerinnen und Mediziner: Der Kreis Steinfurt legt ab dem kommenden Wintersemester ein Stipendienprogramm auf.

Wer die Zwischenprüfung bestanden hat, kann sich um ein Stipendium bewerben, wenn sie oder er sich gleichzeitig verpflichtet, nach seiner Ausbildung die gleiche Zeit wie die Förderungsdauer als Ärztin bzw. Arzt für Allgemeinmedizin im Kreis Steinfurt zu arbeiten. Die Stipendien sind mit 500 Euro pro Monat ausgelobt, maximal vier Jahre lang. Das ergibt eine Fördersumme von bis zu 24.000 Euro pro Studentin bzw. Student. Der Kreis Steinfurt vergibt maximal vier Stipendien gleichzeitig pro Jahr. Interessierte könne sich ab sofort darum bewerben.

Bei der Entscheidung, wer das Stipendium erhält, spielen verschiedene Kriterien eine Rolle, auch die Frage, wie die Chancen stehen, ob jemand auf Dauer im Kreis Steinfurt bleiben wird. "Vor diesem Hintergrund ist das Programm natürlich besonders für Medizinstudierende attraktiv, die aus dem Kreis Steinfurt stammen und später gerne wieder in ihre Heimat zurückkehren wollen", sagt Landrat Dr. Klaus Effing. Ziel sei, mit dafür zu sorgen, die medizinische Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger im Kreis Steinfurt auf Dauer sicherzustellen.

"Zusätzlich zu der finanziellen Unterstützung bietet der Kreis schon während des Studiums eine Betreuung vor Ort an, zum Beispiel bei der Suche nach geeigneten Einrichtungen für Praktika oder im Praktischen Jahr sowie später bei der Wohnungssuche oder bei der Suche nach einer Arbeitsstelle für den Ehepartner oder die Ehepartnerin. Dabei wird der Stipendiat oder die Stipendiatin jeweils einen festen Ansprechpartner haben", erklärt Kreisdirektor Dr. Martin Sommer die weiteren Vorteile des Stipendiums.

Wie wichtig es für den Kreis Steinfurt ist, jetzt zu handeln, zeigen folgende Zahlen: Von den 289 Hausärztinnen und Hausärzten im Kreis Steinfurt sind 108 mindestens 60 Jahre alt. Mittelfristig geht also über ein Drittel der Ärzteschaft in den Ruhestand. Dem gegenüber steht nur eine geringe Bereitschaft von jungen Ärztinnen und Ärzten, sich in einer ländlichen Region als Allgemeinmediziner niederzulassen. Aus einer Umfrage des Hartmannbundes ergibt sich, dass nur neun Prozent der Studierenden sich vorstellen können, sich als Fachärztin oder als Facharzt für Allgemeinmedizin zu spezialisieren. Auch konnten sich nur 20 Prozent der Studierenden vorstellen, sich in einer Kleinstadt oder ländlichen Region niederzulassen.

Das Thema der ärztlichen Versorgung wird vom Ausschuss für Gesundheit, Soziales, Integration und Bevölkerungsschutz und auch der Gesundheits- und Pflegekonferenz des Kreises Steinfurt begleitet. Diese Gremien werden auch weitere Themen- und Handlungsfelder definieren und mögliche Handlungsoptionen ausarbeiten. Mit den Stipendien wird jetzt ein erster Baustein praktisch umgesetzt.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Kreises Steinfurt (www.kreis-steinfurt.de/medizinstipendium) oder per Email an ulrich.wallmann@kreis-steinfurt.de.


 
 

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