Interview mit Hans-Georg Löbbers, Modenhaus Löbbers

 
 

 
 
 

Ibbenbüren - Das Modenhaus Löbber prägt seit vielen Jahren die Ibbenbürener Innenstadt wesentlich mit. Erst im vergangenen Jahr wurde das Geschäft umfangreich erweitert. Der www.marktplatz-ibbenbueren.de sprach mit dem Inhaber Hans-Georg Löbbers über Trends in der Modebranche und die Zukunft des stationären Einzelhandels.

Hans-Georg Löbbers, Geschäftsführer des Modenhaus Löbebrs in Ibbenbüren.
Hans-Georg Löbbers, Geschäftsführer des Modenhaus Löbebrs in Ibbenbüren.

Vor dem letzten großen Umbau haben sie eine Kundenbefragung durchgeführt – was waren die wichtigsten Ergebnisse?
Wir haben uns natürlich viele Gedanken gemacht und wollten dann diese Umfrage machen, um zu sehen: Was will der Kunde wirklich? Wir haben etwa 5000 Kunden angeschrieben und eine riesige Resonanz gehabt von über 1000 Rücksendungen. Und dabei haben sich die Kunden mehrheitlich für eine Herrenabteilung entschieden. Und da wir wussten, dass gerade in diesem Bereich viele Kunden nach Osnabrück fahren, wollten wir gegen steuern und versuchen, die Kunden am Ort zu halten. Das war für den Umbau der wesentlichste Teil. Aber auch darüber hinaus haben wir sehr, sehr viele offene und ehrliche Antworten bekommen – zum Teil seitenlange Briefe sogar! Die Ibbenbürener selbst haben außerdem großes Interesse daran bekundet, dass sich hier mit dem Neubau auch etwas ergibt, was sich harmonisch in das Gesamtbild der Innenstadt einfügt.

Was macht den Einkauf bei Löbbers zu etwas Besonderem? 
Wir versuchen, dem Kunden hier eine sehr persönliche Atmosphäre und ein sehr persönliches Ambiente zu bieten. Kunden, die mit Namen angesprochen werden, die von uns umsorgt werden, jeden Freitag und Samstag gibt es bei uns Kleinigkeiten zu essen – wir wollen ein Gesamtpaket anbieten, dass der Kunde sich hier wohl fühlt, dass die Anonymität nicht so da ist wie in den großen Städten.

Was motiviert Sie täglich und was macht Ihnen besonders Freude an ihrer Arbeit?
Wir wollen jeden Tag besser werden, uns immer wieder verändern und das ist eine sehr gute Abtriebsfeder, dass man sich nicht ausruht auf dem, was man hat. Und ein bisschen meine auch tatsächlich immer noch, ich müsste meinem längst verstorbenen Vater zeigen, dass das, was er hier mal aufgebaut hat mit meiner Mutter, dass das vernünftig weiter geführt wird. Das ist mir einer innere Verpflichtung.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften für ihren Job?
Ein Stück Beharrlichkeit, an seinen Zielen festhalten, aber eben auch rund um die Uhr für das Unternehmen da zu sein. Und übrigens nicht nur ich – ich bin ja nur ein Mosaiksteinchen. Auch die Mitarbeiter sollten das verkörpern. Und das ist auch, was einen antreibt – wie ein Leistungssportler, der noch ein Zehntel schneller sein will.

Was muss ein Modehaus heutzutage bieten, um auch Internetshopper für sich zu gewinnen?
Das Internet ist sicherlich ein starker Konkurrent, aber auch das wird umsatzmäßig irgendwann an seine Grenzen stoßen. Und ich glaube, dass man da trotz allem gute Möglichkeiten hat, sich zu behaupten. Denn: Der Outfitberater, den es ja inzwischen auch im Internet gibt, hat einen Nachteil – er kennt den Kunden nicht. Unsere Mitarbeiter dagegen schon. Und die wissen, was die Kunden wollen. Dass uns die Kunden vorher schon anrufen, wenn sie kommen und uns bitten, schon mal eine Vorauswahl rauszuhängen, zeigt mir eigentlich, dass wir nicht so wahnsinnig viel Angst vor dem Internet haben müssen, wenn wir diesen Weg konsequent weiter gehen.

Was zeichnet die Ibbenbürener Innenstadt aus?
In großen Städten fehlt oft die Individualität, es reiht sich Filialist an Filialist. Das haben wir in Ibbenbüren nicht, sondern noch deutlich mehr inhabergeführte Geschäfte. Ich denke, das ist eine der Stärken von Ibbenbüren.

Hat sich in ihrer Branche insgesamt etwas verändert, welche Trends sind erkennbar?

Wie bei vielen anderen Branchen auch: Man braucht heute eine gewisse Größe, um ein gewisses Angebot zu haben, man braucht eine gewisse Vielfalt und der Trend geht ganz klar wieder zurück zur Individualität. Der Kunde möchte wieder mehr als Individuum gesehen werden. Und das ist auch der Weg, mit dem sich derzeit erfolgreich absetzen kann.

Das heißt, sie blicken auch optimistisch in die Zukunft?
Ja, klar! Sonst hätte ich auch so eine Investition nicht gemacht. Hier sind jenseits von zwei Millionen reingeflossen und wenn ich nicht die Hoffnung oder den Optimismus hätte, dass man dieses System auch vernünftig weiter führen kann, hätte ich das sicher nicht gemacht.

Der Marktplatz Ibbenbüren will online Appetit machen auf die Angebote der Innenstadt – braucht es eine solche Brücke zwischen Online und Offline?
Auch wir sind auf ein gutes Umfeld angewiesen und wenn dieser Marktplatz Ibbenbüren stimmt, dann denke ich, haben wir auch eine Chance. Und wenn es ein Medium gibt, dass diesen Marktplatz darstellt, kann ich das natürlich nur begrüßen. Runter vom Sofa – rein in die Stadt ist wichtig, um das Gespräch in der Stadt zu haben, Leben in der Stadt zu haben, Wohnen, Leben, Dienstleistung – all das in der Stadt zu haben und sie lebendig zu halten. Dann finde ich, macht eine Stadt auch Spaß.

Das ausführliche Video-Interview


 
 

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