Innovationspreis: Auszeichnung für ein Unternehmen aus Telgte

 
 

 
 
 
Diese Meldung wurde am 15.03.2018 archiviert.
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Mülheim an der Ruhr / Telgte - Die Sieger des zum achten Mal vom Netzwerk Zenit e.V. ausgeschriebenen Innovationspreises stehen fest. Am 6. März zeichnete NRW-Wirtschafts- und Digitalisierungsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart als Schirmherr des Wettbewerbs in Mülheim an der Ruhr den Sieger und fünf weitere Unternehmen aus.

Um den Innovationspreis hatten sich 22 Projekte mit hoch interessanten Wett-bewerbsbeiträgen beworben. Unter dem Motto „Erfolg durch Kooperation“ waren NRW-weit innovative Produkt- und Dienstleistungsideen gesucht worden, die in Kooperation eines mittelständischen Unternehmens mit einer Hochschule oder Forschungseinrichtung bzw. von Unternehmen untereinander entwickelt wurden. Weil die Qualität der eingereichten Beiträge außergewöhnlich hoch war, wurden gleich sechs Projekte ausgezeichnet. Die Laudatio vor rund 100 Gästen hielt der Juryvorsitzende Prof. Dr. Oliver Koch von der Hochschule Ruhr West.

Gewinner des mit 5.000 Euro dotierten Innovationspreises ist die Cornelsen Umwelttechnik GmbH aus Essen. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht aus Oberhausen entwickelte das mittelständische Unternehmen eine innovative Technologie für eine effiziente und ressourcenschonende Reinigung PFC-verunreinigter Wässer. Auszeichnungen erhielten darüber hinaus die GED Gesellschaft für Elektronik und Design mbh aus Ruppichteroth-Winterscheid im Rhein-Sieg-Kreis, die Lenord, Bauer & Co. GmbH aus Oberhausen, die Coatema Coating Machinery GmbH aus Dormagen, die Bernd Münstermann GmbH & Co. KG aus dem münsterländischen Telgte und die GreenGate AG aus Windeck an der Sieg mit ihren jeweiligen Kooperationspartnern. Alle sechs Unternehmen können sich über eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft im Netzwerk Zenit e.V. freuen. Das Netzwerk ZENIT e.V. ist neben dem Land und einem Bankenpool einer von drei Gesellschaftern der ZENIT GmbH. Diese unterstützt seit 1984 im Auftrag von EU, Bund und Land vor allem kleine und mittlere technologieorientierte Unternehmen sowie Hochschulen bei deren In-novations- und Internationalisierungsaktivitäten und bringt potenzielle Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen.  

Das Wettbewerbsthema „Innovation durch Kooperation“ war gewählt worden, um die großen Potenziale aufzuzeigen, die sich durch die Zusammenarbeit von Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft oder Unternehmen unterei-nander erschließen lassen. Der „Transfer von Wissen und Innovation zwi-schen Hochschulen und den Unternehmen wird künftig immer mehr zu einem Erfolgsfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland werden“ beton-te so Prof. Koch in seiner Laudatio.

NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hob die Bedeutung von Netzwerken für innovative Entwicklungen hervor. Innovationen hätten zum Ziel, das Leben der Menschen zu verbessern. Dafür habe die Politik Rahmen-bedingungen zu schaffen – unter anderem mit dem Abbau unnötiger Bürokra-tie oder großen Anstrengungen in den Bereichen Bildung und Forschung. Den sechs ausgezeichneten Unternehmen dankte der Minister für ihr Durchhalte-vermögen und Engagement: „Nur durch Ihren Mut können wir dieses Land nach vorne bringen.“   

Cornelsen Umwelttechnologie GmbH
Die Cornelsen Umwelttechnologie GmbH wurde 2001 Essen gegründet und beschäftigt 25 Mitarbeiter, weitere 15 arbeiten in einem Tochterunternehmen in Großbritannien. Die Umweltexperten verstehen sich als Anlagenbauer mit deutlicher Fokussierung auf die Erstellung verfahrenstechnischer Anlagen zur Reinigung von Wasser und Luft.

Bernd Münstermann GmbH & Co. KG
„Innovativ.Erfahren.Zuverlässig.“ So werden Besucher der Homepage der Bernd Münstermann GmbH & Co. KG aus dem münsterländischen Telgte be-grüßt. Mit 240 Mitarbeitern versteht man sich als Experte für industrielle Thermoprozessanlagen, anspruchsvolles Materialhandling und Anlagen zur Luftreinhaltung und ist führender Hersteller von Sonderanlagen und spezialisierten Lösungen in den Bereichen Trocknungs-, Förder- und Entstaubungstechnik. Individuelle Lösungen für bestehende Probleme und Herausforderungen sind eine Spezialität des Unternehmens, das Spezialanlagen z. B. für Autoabgas-katalysatoren oder Glaswolle in die ganze Welt verkauft. Selbsterklärtes Ziel ist es, die Technologieführerschaft in vielen Bereichen weiter zu verteidigen und durch stetige Innovation auszubauen.

Innovationen entstehen bei Münstermann unter anderem durch die enge Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen wie der FH Münster. So arbeitet Münstermann seit 2014 gemeinsam mit der FH-Münster an einem Verfahren um Produkte deutlich schneller aufzuheizen. Konkret ging es um die Entwicklung einer effizienten Trocknung Wärmebehandlungsanlage für durchströmbare Produkte wie etwa Katalysatoren.  

Im Fachbereich Maschinenbau an der FH Münster wurde dafür die numeri-sche Strömungssimulation (CFD Computational Fluid Dynamics) angewendet und auf mathematische Weise eine optimale Luftführung bestimmt. Damit konnte durch einfache mechanische Einbauten der Anteil der durch die Pro-dukte strömenden Luft vergrößert werden. Denn je mehr warme oder kalte Luft vertikal durch ein Produkt geführt wird, desto schneller ist der Trocknungs- oder Aufheizprozess. Außerdem wurde ein Computerprogramm entwickelt, das für unterschiedliche Anlagen die optimale Luftführung berechnet. Anfang 2017 ging die erste, mit CFD optimierte Anlage in Betrieb, weitere Aufträge folgten. Für 2018 bedeutet das eine gute solide Auftragsausstattung inklusive der Einrichtung neuer Arbeitsplätze. Das Computerprogramm stellt sicher, dass die gefundene Optimierungsstrategie auch in anderen Trocknungsanla-gen mit anderen Anforderungen angewendet werden kann. Die Software sorgt damit für kleinere Anlagen und kürzere Prozesszeiten, also einen energie- und ressourcenschonenderen Einsatz – ein wichtiges Instrument zum weiteren Ausbau des Wettbewerbsvorteils.

Die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft nimmt im Unternehmen eine zunehmend wichtigere Rolle ein. Schon vor einigen Jahren richtete man deshalb eine Schnittstelle ein. Außerdem bildet das Unternehmen ständig dual Studierende aus, die auch den Kontakt zu den Hochschulen beleben und neues Wissen ins Unternehmen bringen. Auch intern gehören innovative Denkansätze zur Unternehmenskultur. „Miteinander reden, voneinander wis-sen, gemeinsam innovativ sein und bleiben. Gemeinsam geht das, es ist aber eine Sache der Haltung: wir müssen es nur wollen!“, so Frank Münstermann, der als Maschinenbauer bereits die sechste Generation im Familienunterneh-men sichert.


 
 

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