IHK meldet 7.895 neue Ausbildungsverträge

 
 

 
 
 
Diese Meldung wurde am 20.08.2017 archiviert.
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Münsterland / Emscher-Lippe-Region – 7.895 junge Frauen und Männer beginnen in den nächsten Tagen und Wochen in einem Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region ihre Ausbildung in einem IHK-Beruf. Das sind 35 Verträge (0,4 Prozent) mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, meldet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen.

Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen
Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen

Dabei fallen die vorläufigen Ausbildungsbilanzen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region äußerst unterschiedlich aus. Im Münsterland gelang es den Betrieben trotz eines Bewerberrückgangs noch einmal zuzulegen. Die IHK verzeichnet hier einen Zuwachs von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das sind 110 Ausbildungsverträge mehr. Vor allem im industriell-technischen Bereich, also den Metall-, Elektro- oder Informatikberufen, beginnen mehr Auszubildende als im Vorjahr. 

In der Emscher-Lippe-Region sank die Zahl der neuen Ausbildungsverträge dagegen um 3,5 Prozent. Dabei scheint zumindest in den technischen Berufen der Rückgang der letzten Jahre gestoppt, der stark bedingt war durch das Ende der Ausbildung im Bergbau. Die Vertragszahlen in diesem Bereich liegen exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Bei den kaufmännischen Berufen sank die Zahl der Verträge dagegen insbesondere in der Stadt Gelsenkirchen deutlich. „Da passt etwas nicht zusammen“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, „zumal auch in der Emscher-Lippe-Region wieder einmal viele Stellen unbesetzt bleiben.“ Jetzt müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, die freien Ausbildungsplätze in der Nachvermittlung noch durch passende Bewerber zu besetzen.

Vor allem sorgt sich der IHK-Hauptgeschäftsführer über „vermeidbare Fehler“ auf dem Weg zum Ausbildungsplatz. „Regelmäßig sehen wir Bewerbungen, die jeden Personaler abschrecken“, berichtet Schulte-Uebbing aus dem Alltag in der IHK-Bildungsabteilung. Für Unternehmen sei zwar das spürbare Interesse eines Bewerbers an einer Ausbildung mittlerweile wichtiger als perfekte Noten. „Doch wenn eine Bewerbung mehrere Rechtschreibfehler und nicht nachvollziehbare Lücken aufweise und dann das freiwillig beigefügte Foto auch noch in Selfiequalität sei, bringe das sogar gute Bewerber um ihre verdienten Chancen.

„Die Bewerbung ist eine Arbeitsprobe mit der man den Personaler beeindrucken oder abschrecken kann“, sagt Schulte-Uebbing und ergänzt: „Schulen können da viel tun, um ihre Schüler für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten.“ Womöglich könnten spezielle Schulungsangebote für die Lehrkräfte zum Thema Bewerbung eine unerwartet große Wirkung für den Ausbildungsmarkt entfalten. Bei Bedarf sei die IHK gerne bereit, solche Angebote zu begleiten.

Doch auch die Betriebsseite hat Schulte-Uebbing im Blick. „Die Ausbildungsbereitschaft ist ungebrochen hoch“, bestätigt er. Doch müsse sich mancher Betrieb angesichts sinkender Schulabgängerzahlen und weiter anhaltendem Trend zum Studium noch umstellen: „Es macht keinen Sinn auf den perfekten Bewerber zu warten.“ Da sei es meist besser, einen motivierten Kandidaten mit weniger guten Noten zu nehmen. „Wenn sich so jemand dann in der Ausbildung gut entwickelt und gut zum Betrieb passt, ist das von unschätzbarem Wert“, ist sich Schulte-Uebbing sicher.

Laut IHK-Fachkräftemonitor steigt der Fachkräftemangel im IHK-Bezirk bereits bis 2021 von 6.000 auf 51.000. Viele Betriebe spürten bereits heute einen Rückgang an Bewerbungen. Insbesondere kleinere Betriebe haben im Wettbewerb um Mitarbeiter oft das Nachsehen. Den Unternehmen, die ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen konnten, empfiehlt Schulte-Uebbing, kurzfristig Kontakt mit der IHK aufzunehmen oder die IHK-Lehrstellenbörse für die Suche zu nutzen. Kleineren Unternehmen hilft die IHK mit Maßnahmen wie der „Passgenauen Besetzung“, einem Programm für Betriebe bis 249 Beschäftigte, das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds gefördert wird.

Ergebnisse nach Kreisen und Kreisfreien Städten:

Auch 2017 zeichnen sich bei den neuen Ausbildungsverträgen regionale Unterschiede ab: Im Münsterland stieg die Zahl der Neueintragungen, die bis Ende Juli bei der IHK vorlagen, um 1,9 Prozent von 5.746 auf 5.856. Zuwächse verzeichneten vor allem der Kreis Steinfurt (+5,9 Prozent) sowie die Kreise Warendorf (+3,0 Prozent) und Borken (+2,8 Prozent). Zurück ging die Zahl der Neueintragungen in der Stadt Münster (-2,0 Prozent) und dem Kreis Coesfeld (-1,8). 

In der Emscher-Lippe-Region sank die Zahl der Ausbildungsverträge, die die Betriebe bis Ende Juli zur IHK schickten, um 3,5 Prozent von 2.114 auf 2.039. Für Bottrop gingen bei der IHK zehn Verträge weniger ein (-4,3 Prozent), in der Stadt Gelsenkirchen verringerten sich die Vertragsabschlüsse um 11,1 Prozent auf 579. Positiv hingegen ist die Entwicklung im Kreis Recklinghausen: Hier stieg die Zahl der Verträge leicht um 0,6 Prozent auf insgesamt 1.239. 


 
 

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