IHK: Jeder zweite Betrieb will Studienabbrecher

 
 

 
 
 
Diese Meldung wurde am 23.07.2017 archiviert.
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Münsterland / Emscher-Lippe-Region - Jeder vierte Ausbildungsbetrieb in Nord-Westfalen findet nicht mehr genügend geeignete Bewerber, um alle angebotenen Plätze zu besetzen. Das zeigt die aktuelle Ausbildungsumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen.

Carsten Taudt, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung
Carsten Taudt, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung

Danach stieg der Anteil der Betriebe, bei denen Ausbildungsplätze frei geblieben sind, in den vergangenen fünf Jahren von 18 auf 26 Prozent. „Besonders betroffen von dem Problem sind kleine Unternehmen“, sagt Carsten Taudt, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung. Hier konnte ein Viertel der Betriebe nicht einmal die Hälfte der angebotenen Ausbildungsplätze besetzen oder ging sogar ganz leer aus. Im Durchschnitt waren es lediglich zehn Prozent aller Betriebe. An der Umfrage beteiligten sich 357 Unternehmen.

Je nach Anzahl der angebotenen Ausbildungsplätze gaben die Betriebe gleich mehrere Gründe an, warum die Ausbildungsplätze nicht besetzt werden konnten (Mehrfachnennungen): Hauptgrund war der Mangel an geeigneten Bewerbungen (71,6 Prozent). Bei fast einem Drittel der Betroffenen blieben Ausbildungsplätze frei, weil die Auszubildenden die Stelle nicht angetreten hatten. „Die Betriebe versuchen der veränderten Lage auf dem Ausbildungsmarkt mit verschiedenen Maßnahmen entgegenzuwirken“, sagt Taudt, „sie verstärken vor allem ihre Bemühungen, frühzeitig mit potenziellen Bewerbern persönlich in Kontakt zu kommen“. Laut IHK-Umfrage hat die Hälfte der Betriebe (54 Prozent) ihr Praktikumsangebot erhöht. Vor fünf Jahren war es nicht einmal ein Viertel der Betriebe, die diese Maßnahme für nötig hielten (23 Prozent).

Noch deutlicher zeichnet sich der Wandel auf dem Ausbildungsmarkt bei dem Bemühen der Unternehmen ab, neue Zielgruppen wie Studienabbrecher zu gewinnen: Vor fünf Jahren war es nur jeder zehnte Betrieb (11 Prozent), aktuell versucht jeder zweite (49,4 Prozent), auf diese Art den Mangel an Bewerbern auszugleichen. Auch der Anteil der Unternehmen, die ihr Ausbildungsmarketing verbessern wollen, stieg spürbar von knapp einem Viertel der Betriebe (24 Prozent) auf fast die Hälfte (44 Prozent).

Warum die Betriebe Probleme haben, geeignete Bewerber zu finden, zeigt sich auch an den Antworten auf die Frage nach der Ausbildungsreife. Hier sehen viele Betriebe weiterhin Verbesserungspotenzial (Mehrfachnennungen): 57 Prozent der Betriebe sehen Mängel bei der Leistungsbereitschaft und Motivation. Dieser Anteil ist gegenüber 2011 noch einmal gestiegen (45 Prozent). Wie in den Vorjahren bemängelt jeder zweite Betrieb zudem Schwächen im Ausdrucksvermögen und vermisst Belastbarkeit und Disziplin. Defizite bei den elementaren Rechenfertigkeiten haben 41 Prozent der Betriebe bei den Bewerbern festgestellt.

Die IHK Nord Westfalen unterstützt die Ausbildungsbetriebe, um trotzdem alle offenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Dabei hat sie insbesondere die kleineren Betriebe in den Blick. „Mit unseren Projekten wie den kostenfreien Azubi-Speed-Datings, der Vermittlung von Partnerschaften mit Schulen und dem Angebot eigene Auszubildende als Ausbildungsbotschafter in Schulen zu schicken, bieten wir diesen Betrieben die Gelegenheit persönlich mit potenziellen Bewerbern in Kontakt zu kommen“, zählt Taudt einige der Angebote der IHK auf.


 
 

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