Handwerk: 34 Prozent mehr Beschäftigte in fünf Jahren

 
 

 
 
 
Diese Meldung wurde am 04.12.2016 archiviert.
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Münster / Münsterland - Der Bestand an Handwerksbetrieben im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region ist in den vergangenen 5 Jahren um 4 Prozent gestiegen: Am 30. September beschäftigten 28.329 Handwerksbetriebe rund 192.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschafteten 24 Milliarden Euro Umsatz.

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Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster, sprach am Mittwoch (23. November) von noch deutlich größeren Steigerungsraten beim Umsatz und der Beschäftigung: plus 49 und plus 34 Prozent. Hund: „Das Wachstum erklärt den hohen Fachkräftebedarf im Handwerk.“

Die Wirtschaftskraft der heimischen Betriebe liegt über dem Bundes- und Landesdurchschnitt. Jedes Handwerksunternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region erwirtschaftet statistisch pro Jahr 850.200 Euro Umsatz (Bund: 543.800 Euro, NRW: 616.500 Euro).

Die Wirtschaftsgruppe braucht jährlich über 2.500 junge Handwerker, die den Schritt in die Selbstständigkeit tun, um den Betriebsbestand im Kammerbezirk Münster zu halten, entweder durch Übernahmen oder Neugründungen.

Hans Hund wies auf den regen, im Jahresvergleich aber etwas schwächeren Gründergeist im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region hin. Seit dem 1. Januar hätten Existenzgründer 1.810 neue Betriebe aufgebaut. 111 bestehende Betriebe hätten neue Inhaber gefunden. Von den neuen Betrieben wurden 30 Prozent von Frauen gegründet.

Nur 19 Prozent der Gründer haben die Meisterprüfung abgelegt oder eine vergleichbare Qualifikation erlangt. „Die berufsspezifische Qualifikation ist für die Verweildauer eines Handwerksbetriebs am Markt relevant“, erklärte Dr. Thomas Ostendorf, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster. So seien 5 Jahre nach der Gründung von den Betrieben der Handwerke mit Meisterpflicht noch 69 Prozent am Markt. Von den Betrieben ohne Meisterpflicht existierten nach 5 Jahren dagegen nur noch 43 Prozent. Die anderen seien samt Beschäftigten verschwunden. „Außerdem sichern die Meisterbetriebe den Berufs- und letztlich auch Unternehmernachwuchs. 95 Prozent aller rund 15.000 Lehrlinge im Kammerbezirk Münster werden von Handwerksbetrieben mit Meisterpflicht ausgebildet“, unterstrich Dr. Ostendorf. Er legte den jungen Gründern Weiterbildung nahe.

Hans Hund forderte ein förderliches Umfeld für expandierende junge Unternehmen: „Wir wünschen uns, dass unternehmerische Verantwortung und die Schaffung von Arbeitsplätzen mehr Wertschätzung in Politik und Gesellschaft erfahren.“ Durch eine kontinuierliche Verlässlichkeit hinsichtlich der Landeszuschüsse für Gründer wäre viel gewonnen, unterstrich der Kammerpräsident. Er sprach sich ferner für eine Vereinfachung der Bürokratie, wachstumsfördernde Raumplanung, Erhalt der öffentlichen Infrastruktur und flächendeckendes schnelles Internet aus.

Hund: „Ein vitaler Gründergeist junger Handwerker ist für die Zukunft der Wirtschaftsgruppe unbedingt erforderlich. Wir wollen ihn lebendig halten und setzen dafür auf Zusammenarbeit.“ Die Handwerkskammer hält als Startercenter NRW ein umfangreiches Dienstleistungspaket für Gründungswillige im Handwerk bereit.


 
 

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