Ausbildung auf der „MS Günther“

 
 

 
 
 
Diese Meldung wurde am 04.12.2016 archiviert.
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Münster. - Stellvertretend für alle erstmals ausbildenden Unternehmen in Münster hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen jetzt die Windscheid und Trepper GbR öffentlich als Ausbildungsbetrieb anerkannt und als Vorbild gewürdigt.

Foto: (v.l.): die Auszubildenden Mohammad Al Khalil und Frederike Sophie Albrecht, IHK-Geschäftsbereichsleiter Carsten Taudt, Ausbilder Korbinian Hecker, Unternehmer Oliver Trepper und Auszubildender Jason-Frederic Strotbaum
Foto: (v.l.): die Auszubildenden Mohammad Al Khalil und Frederike Sophie Albrecht, IHK-Geschäftsbereichsleiter Carsten Taudt, Ausbilder Korbinian Hecker, Unternehmer Oliver Trepper und Auszubildender Jason-Frederic Strotbaum

Seit diesem Jahr lernen dort Frederike Sophie Albrecht und Jason-Frederic Strotbaum den Beruf der Veranstaltungskaufleute. Außerdem lernt Mohammad Al Khalil kaufmännische Grundlagen und die Organisation von Veranstaltungen in einer Einstiegsqualifizierung. Das junge Unternehmen betreibt das Eventschiff „MS Günther“, das nach Fernsehmoderator Günther Jauch benannt ist. In dessen Quizshow „Wer wird Millionär?“ hatte Gründer Leon Windscheid im Dezember 2015 mit einem Millionengewinn das Startkapital für das Unternehmen erspielt.

Carsten Taudt, Geschäftsbereichsleiter Bildung und Fachkräftesicherung der IHK, beglückwünschte Geschäftsführer Oliver Trepper und Ausbilder Korbinian Hecker zu der Entscheidung, selbst auszubilden. „Das ist vorbildlich und zur Nachahmung dringend empfohlen“, sagte Taudt. Er verwies darauf, dass immer weniger junge Menschen nachrücken. „In den nächsten zehn Jahren sinkt im Münsterland die Zahl der hier geborenen 19-Jährigen um 28,5 Prozent“, sieht er vor großen Herausforderungen auf die Betriebe in Münster zukommen. Hinzu komme, dass ein immer größerer Anteil der Schulabgänger an die Hochschulen dränge. Dadurch fehlten der Wirtschaft heute schon viele ausgebildete Praktiker. Laut IHK-Fachkräftemonitor haben die Unternehmen im Münsterland bis 2030 voraussichtlich 38.000 Fachkräfte zu wenig. Taudt: „Qualifizierten Fachkräftenachwuchs sichert sich ein Unternehmen am besten durch die Ausbildung junger Menschen im eigenen Betrieb.“ Nur, wer rechtzeitig vorsorge, gehöre zu den Gewinnern.

Gewinner seien aber auch die Auszubildenden, die mit der Ausbildung ein solides Fundament für ihr Berufsleben legten. „Mit einer abgeschlossenen Ausbildung und Berufspraxis stehen Ihnen alle Türen offen“, versicherte Taudt den Auszubildenden. Denn er weiß: „Unternehmen suchen vor allem betrieblich ausgebildete Fachkräfte.“ Für Taudt ist es deshalb nur folgerichtig, dass das Bundesbildungsministerium die Gleichwertigkeit von Studium und betrieblicher Aus- und Weiterbildung inzwischen ganz offiziell festgestellt hat. IHK-Fachwirte und Industriemeister stehen laut Deutschem Qualifikationsrahmen bereits seit einigen Jahren auf derselben Stufe wie Bachelor-Absolventen. In diesem Jahr wurden nun die IHK-Abschlüsse Betriebswirt, Berufspädagoge und Wirtschaftsinformatiker auf Master-Niveau gehoben.

Auch Oliver Trepper zeigte sich überzeugt: „Der Einstieg in die betriebliche Ausbildung ist eine gute Entscheidung und eine vorausschauende Investition, die sich rechnen wird.“ Er selbst ist ausgebildeter Tischler. Durch die Ausbildung wolle sein Unternehmen außerdem „jungen Menschen die Chance auf einen spannenden Einstieg ins Berufsleben geben“. Gleichzeitig leisteten die Auszubildenden tatkräftige Unterstützung im Tagesgeschäft. Trepper: „Unser Projekt MS Günther hat sich zu etwas ganz Großem entwickelt. Und unsere Auszubildenden sind ein Teil davon.“

Frederike Sophie Albrecht und Jason-Frederic Strotbaum werden zu Veranstaltungskaufleuten ausgebildet. Der aus Syrien stammende Mohammad Al Khalil hat am 1. August eine Einstiegsqualifizierung im Unternehmen begonnen. „In Zusammenarbeit mit den Johannitern aus Münster haben wir das Projekt Rückenwind ins Leben gerufen. Dadurch wollen wir die Arbeit mit jungen Flüchtlingen fördern“, erklärte Trepper und sprach von einer „Herzensangelegenheit“. Die Ausbildung junger Flüchtlinge bezeichnete Mitgründer Leon Windscheid zudem als wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. „Wenn wir sehen, wie begeistert, motiviert und wissensdurstig Mohammad bei uns mitarbeitet, erleben wir direkt, dass Flüchtlinge auch aus wirtschaftlicher Sicht ein Gewinn für unser Land sind“, so der Jungunternehmer.

Das Eventschiff MS Günther fährt unter dem Slogan „Event und Kultur am Hafen“ über den Dortmund-Ems-Kanal. Das Angebot an Veranstaltungen reicht von Weinseminaren und Gintastings bis zu Quiz-Events und Familienfahrten. Auch kann das Schiff als Location für Hochzeiten, Geburtstage oder Firmenfeiern gemietet werden.


 
 

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