Aus der Fülle und Lust des Lebens - Kolvenburg zeigt Gemälde von Sala Lieber

 
 

 
 
 
Diese Meldung wurde am 07.11.2016 archiviert.
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Billerbeck - Spielerisch, ironisch und mit durchaus koketter Fantasie bedient sie sich ganz ungeniert der üppigen Bildsprache des Barock und Rokoko: Dabei offenbaren die farbenprächtigen Gemälde der Malerin Sala Lieber ihre Vielschichtigkeit und Bedeutungen erst auf den zweiten Blick. Bis zum 06. November 2016 zeigt die Kolvenburg in Billerbeck 60 Gemälde von Sala Lieber.

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Sala Lieber, Dr. Gabriele Hovestadt und Christine Sörries, Kulturabteilungsleiterin des Kreises Coesfeld (v.l.n.r.; Aufnahme: Jörg Bockow)
Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Sala Lieber, Dr. Gabriele Hovestadt und Christine Sörries, Kulturabteilungsleiterin des Kreises Coesfeld (v.l.n.r.; Aufnahme: Jörg Bockow)

Ihre Bilder erzählen fantasievolle Geschichten auf der Schnittlinie von Traum und Wirklichkeit. Virtuos nutzt die Künstlerin dafür die Vergangenheit als visuellen Steinbruch und nimmt bei ihrer geschickten Kombinatorik eine Art visuelles Recycling vor. Sie selbst bezeichnet ihre Kunst augenzwinkernd gerne als „modernes Barock und poppiges Rokoko“.

Mit einer gut besuchten Vernissage wurde die sehenswerte Ausstellung von Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Galeristin Dr. Gabriele Hovestadt eröffnet. Rund 70 Kunstinteressierte waren gekommen, um sich von der Laudatio der Galeristin für den anschließenden Rundgang durch die historische Kolvenburg inspirieren zu lassen. Hovestadt entschlüsselte bei ihrer kunsthistorischen Interpretation einzelner Werke wie die Künstlerin arbeitet und wie sie ihre Vorbilder mit Anspielungen und Entlehnungen zitiert – und zugleich in einem schöpferischen, ja beinahe alchemistischen Prozess entzaubert und zu neuem Sinn formt.

Dr. Gabriele Hovestadt kommt in ihrem Vortrag zu der erhellenden Erkenntnis: Sala Lieber betreibt eine Form der künstlerischen Re-Lektüre, die es ihr als emanzipierter Malerin des 21. Jahrhunderts erlaubt, auf dem nun frei verfüg- und abrufbaren Formenreservoir der Kunstgeschichte die eigene Bildsprache durch konstantes Erfindungs- und Ideenvermögen, ja durch Variation und Verfremdung zu entfalten.

Sala Lieber gehöre, so führte die Kunsthistorikerin aus, zu jenen Künstlerinnen und Künstlern, die mit spürbarer Leidenschaft im Alten schwelgen können, die neue Kunsträume imaginieren, die aus dem Verbürgten heraus die Historie in die Moderne transportieren. Jenseits einer kritischen oder gar pessimistischen Weltsicht, schöpft die Künstlerin vor allem aus der Fülle und Lust des Lebens. Die farbenfrohe und überbordende Bildwelt der Sala Lieber macht buchstäblich Laune. Sie entpuppt sich zugleich als seine wundervolle Schule des Sehens.

Sala Lieber wurde 1980 in Budapest (Ungarn) geboren, siedelte 1999 nach Dresden über und begann dort an der Kunstakademie ihr Studium der Freien Malerei. 2001 wechselte sie an die Düsseldorfer Kunstakademie. Ihre Professoren waren unter anderem Elke Hoppfe und Jörg Immendorff. Im 2005 wurde sie Meisterschülerin von Prof. Herbert Brandl. Früh hat sie ihren eigenen Stil gefunden und eine unverwechselbare Handschrift entwickelt. Das barocke Dasein als „Grundmelodie“ in Sala Liebers Arbeiten zeigt sich gerne in üppiger Stofflichkeit und opulenten Schlossinterieurs.

Die Künstlerin ist Preisträgerin des renommierten Förderpreises der Großen Kunstausstellung NRW (2005), des Kaiserswerther Kunstpreises (2008) sowie des NRW Förderpreises, Museum Kunstpalast, Düsseldorf (2008).   In zahlreichen Einzelausstellungen und Messeauftritten wurde ihr Werk bereits einem großen Publikum präsentiert. 2012 erhielt sie den Auftrag, die limitierte Künstlerausgabe des Brockhaus zu gestalten. Sala Lieber lebt und arbeitet in Neuss.


 
 

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