Aufwändige Personalsuche im Handwerk

 
 

 
 
 

Münster / Münsterland - Die Handwerkskammer Münster setzt auf eine Stärkung der „Höheren Berufsbildung“ und fordert einen Berufsbildungspakt, um den Bedarf an Fachkräften im Handwerk zu sichern. „Dafür erwarten wir auch die Unterstützung der Landes- und Bundespolitik“, betonte Kammerpräsident Hans Hund in einem Pressegespräch.

Eva Räckers, geschäftsführende Gesellschafterin des Fahrzeugtechnik-Zulieferbetriebs Johannes Räckers in Ahaus (r.), und dessen Personalleiterin Melanie Wesseler (l.) werben aktiv in Facebook um Berufsnachwuchs für das ländlich gelegene Familienunte
Eva Räckers, geschäftsführende Gesellschafterin des Fahrzeugtechnik-Zulieferbetriebs Johannes Räckers in Ahaus (r.), und dessen Personalleiterin Melanie Wesseler (l.) werben aktiv in Facebook um Berufsnachwuchs für das ländlich gelegene Familienunternehmen und machen damit gute Erfahrungen.

Wie stark der Fachkräftemangel im Handwerk durchschlägt, zeigt eine Blitzumfrage der Handwerkskammer unter 80 Betrieben im Kammerbezirk: 86 Prozent der Befragten suchen aktuell Personal. Von ihnen sagen 47 Prozent, dass dafür ein hoher Aufwand erforderlich sei und der Betrieb lange nach Personal suchen müsse. 38 Prozent gaben an, dass geeignetes Personal trotz starker Bemühungen nicht zu bekommen sei. Lediglich 1 Prozent findet die Personalsuche unproblematisch.

Die Betriebe versuchen vor allem über persönliche Kontakte neues Personal zu finden (21 Prozent). Gleich dahinter wird es über die Agentur für Arbeit versucht (19 Prozent). 17 Prozent schalten Anzeigen. Die Vermittlungsdienstleistungen der HWK nehmen 15 Prozent der Befragten in Anspruch. An fünfter Stelle steht bereits die Personalsuche über soziale Medien (10 Prozent).

Die HWK setzt deshalb auf eine Stärkung der Höheren Berufsbildung – auf berufliche Abschlüsse, die auf der dualen Ausbildung aufbauen. Hans Hund: „Das Handwerk braucht mehr Meister, Fachwirte und Betriebswirte. Wir wollen, dass mehr Menschen nach der Lehre den Weg zu diesen weiterführenden Qualifikationen einschlagen.“

Konkret wünscht sich das Handwerk eine ergebnisoffene Berufsorientierung an sämtlichen allgemeinbildenden Schulen, besonders auch Gymnasien. „Jungen Menschen soll noch deutlicher aufgezeigt werden, dass sie im Handwerk vielfältige Karrierechancen bekommen, die der akademischen Bildung in nichts nachstehen“, forderte Hund.

Generell müsse die berufliche Weiterbildung gestärkt werden, so auch durch eine Anpassung der Fortbildungen an die zunehmende Digitalisierung der betrieblichen Prozesse und eine zeitgemäße Ausstattung der Berufsschulen  und Bildungsstätten. Die Kostenübernahme der Meisterausbildung sei dem Handwerk darüber hinaus ein Anliegen.

Hans Hund verdeutlichte: „Was gleich viel wert ist, soll auch mit gleich viel Geld gefördert werden. Deshalb ist es Zeit für einen Berufsbildungspakt analog zum Hochschulpakt. Bund und Länder sind gefordert, mehr zusammenzuarbeiten und gemeinsam Ziele umzusetzen.“

HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Banasiewicz betonte, dass die Handwerkskammer die Betriebe in ihren Bemühungen unterstütze, Berufsnachwuchs und Fachkräfte zu finden. Mit ihrer Fachkräfte-Initiative spricht die Kammer Jugendliche, Eltern, Lehrer, Betriebe, Beschäftigte und Arbeitssuchende an. Neu im Servicepaket sind Beratungen für die Entwicklung einer Social-Media-Strategie zur Imagepflege, was auch der Personalsicherung zugutekommt.

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