Ärztemangel: Fast jeder zweite Assistenzarzt in Westfalen ist zugewandert

 
 

 
 
 

Westfalen (wh) - Im Kreis Höxter und im Kreis Olpe kommen mehr als 80 Prozent der Assistenzärzte aus dem Ausland an die Krankenhäuser. Auch in anderen ländlichen Regionen sowie einigen Städten Westfalens sind mehr als 50 Prozent der jungen Mediziner zugewandert. Im Durchschnitt sind es in der Region 46,2 Prozent, zeigt eine Statistik der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Hintergrund des hohen Anteils ist der Medizinermangel, der vor allem in den ländlichen Teilen Westfalens herrscht. "In Regionen, die fern einer medizinischen Fakultät liegen, haben Kliniken in der Regel größere Schwierigkeiten, Ärzte einzustellen. Sie sind darauf angewiesen, Mediziner aus anderen Ländern zu rekrutieren", sagt Volker Heiliger, Sprecher der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL). Viele der Nachwuchsärzte kommen aus Syrien sowie aus Rumänien und Bulgarien, wo die Arbeitsbedingungen für Ärzte deutlich schlechter sind. In Deutschland müssen sie einen fachsprachlichen Test sowie unter Umständen eine ärztliche Prüfung bestehen, um arbeiten zu können.

Anders ist die Situation in Universitätsstädten wie Münster und Bochum sowie in den angrenzenden Regionen: Absolventen der medizinischen Fakultäten setzen häufig ihre Facharztausbildung an den Kliniken vor Ort oder in der Umgebung fort. Aus diesem Grund unterstützt die ÄKWL Pläne für die Medizinerausbildung in Bielefeld sowie in Siegen. Gerade in diesen Regionen erwarten Experten in Zukunft eine Verschärfung des Ärztemangels, da viele niedergelassene Ärzte bereits kurz vor der Rente stehen.


 
 

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