Drensteinfurt: Haus Borg vereint mehrere Baustile
Drensteinfurt - Unweit des Hauses Bisping liegt mit dem Haus Borg ein Wasserschloss, das sich harmonisch in die münsterländische Parklandschaft einfügt und neben den Bauten über einen zugehörigen Barockgarten und repräsentativen Zufahrten und Alleen verfügt.
Geschichte & Architektur
Das Schloss setzt sich aus einer Dreiinsellage zusammen, die aus einer sogenannten Vorburg, einer Hauptburg und einem Garten besteht.
Das Gebäudeprogramm besteht aus Bauwerken, die vorwiegend aus Backstein erstellt wurden. Daneben lässt sich jedoch auch Bruckstein als Baumaterial erkennen. Die Gebäude, die blockhaft aneinandergereiht und gruppiert wurden, stammen aus unterschiedlichen zeitlichen Abschnitten, vor allem aus der Zeit zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert.
Das schlichte Herrenhaus auf der Hauptinsel stammt in seinen Anfängen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Eine nach Westen ausgerichtete Erweiterung entstand am Ende des 16. Jahrhunderts.
Im frühen 18. Jahrhundert erfolgten erhebliche bauliche Eingriffe. Daneben gab es Pläne für einen Ausbau der Dreiflügelanlage. Für den Oberhofmarschall Jobst Stephan von Kerckenrinck führte der Baumeister Gottfried Laurenz Pictorius die Umbau- und Erweiterungsarbeiten durch. In diesem Zusammenhang fanden auch umfangreiche Umbauten im Inneren des Wasserschlosses statt.
Die Stuckarbeiten in den Räumen führte Anonio Rizzi durch, der auch als Stukkateur am Schloss Nordkirchen tätig war. Der Plan, eine Dreiflügelanlage zu erstellen, wurde nur im Ansatz realisiert. Lediglich der östliche Seitenflügel wurde 1719 erbaut.
Zur Hauptinsel gehört auch ein im rechten Winkel zum Haupthaus erstelltes Brauhaus, das an der Nordwestseite ein wehrhafter Rundturm mit Kegeldach abschließt. Dieses Gebäude wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet, später wurde eine Remise an das Brauhaus angebaut (vermutlich im frühen 18. Jahrhundert).
Die Vorburg, die durch eine Brücke über die Gräfte mit der Hauptburg verbunden ist, ist mit einem langgestreckten Torhaus bebaut. Dieses eingeschossige Torhaus nimmt die gesamte östliche Seite der Vorburg ein und wird im Südosten und Nordosten durch kleinere Türmchen mit Pyramidendächern flankiert. Das Nordöstliche stammt aus dem Jahr 1618. in der Mitte des Torhauses befindet sich, über eine die Gräfte überspannende Brücke erreichbar, die Tordurchfahrt. Eine Wappentafel weist auf das Jahr 1664 hin.
Zu dem Gebäudeprogramm der Vorburg zählt ferner ein Wirtschaftsgebäude, das erst im Jahr 1664 erbaut wurde.
In den vergangenen Jahren wurde mit erheblichem Aufwand eine Renovierung des Hauses Borg vorangetrieben.
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