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Billerbeck: St.-Johannis-Kirche

St.-Johannis-Kirche

St.-Johannis-Kirche|Gilt als reinste und reifste der Münsterländer Stufenhallen-Kirchen

Billerbeck - Die St.-Johannis-Kirche in Billerbeck als alte Stadt- und Archidiakonatskirche St. Johann ist auch heute noch die Pfarrkirche der Münsterländer Gemeinde.



  • St.-Johannis-Kirche|

    St.-Johannis-Kirche|

Geschichte und Architektur

Als reinste und reifste der Münsterländer Stufenhallen-Kirchen gilt sie als eines der wichtigsten Kunstdenkmäler der spätromanischen Zeit Westfalens.

In den Jahren 1983–1985 wurden in der Johannis-Kirche archäologische Untersuchungen durchgeführt, die vier Bauperioden nachweisen konnten (8. Jh., 1074, 12. Jh., 1243). Man vermutet, dass Liudger, der erste Bischof von Münster, am Vortag seines Todes (26. März 809) seine letzte Messe in St. Johannis gehalten hat und so gilt sie als die Urpfarrkirche Billerbecks, errichtet durch den im Missionsraum Münster tätigen Abt Bernrad.

Von dem 1074 errichteten Bau sind lediglich Teile des Turms und der Grundstein, der sich heute im rechten Seitenschiff befindet, erhalten. Erst 1234 wurde der Grundstein für den heutigen Kirchenbau gelegt. 1425 wurde noch einmal ein gotischer Umbau der Kirche vorgenommen, was heute gut an den Fensteröffnungen zu erkennen ist.

Die französischen Impulse sind besonders bei der Innenraumgestaltung ersichtlich. Die Pfeilerbündel scheinen Nachbildungen aus den Kirchen von Laons, Poitiers und Candes zu sein.

Im Mittelschiff hängt eine gotische Doppelstrahlenmadonna, in der nördlichen Seitenapsis finden sich die Anna Selbdritt, beide aus der Zeit um 1480, und eine Pieta von Johann Wilhelm Gröninger. Im südlichen Seitenschiff steht der Magdalenenaltar aus dem Jahre 1611, an der dortigen Rückwand hängt zudem ein beeindruckendes Renaissance-Altarbild eines unbekannten Meisters aus dem Jahr 1609.

Der Paulusaltar an der Rückwand des nördlichen Seitenschiffes stammt ebenfalls von Johann Wilhelm Gröninger (1609). Im nördlichen Seitenschiff befindet sich seit 2000 in einem Sarkophag aus Sandstein der „Schmerzensmann“, eine Christus-Figur aus dem Jahre 1630, die von der Johanniter Schützenbruderschaft früher bei der Karfreitagsprozession um die Kirche getragen wurde.

Von außen betrachtet fällt vor allem das kunstvoll gestaltete spätromanische Hauptportal ins Auge, das zu den schönsten Beispielen dieser Epoche im Münsterland zählt. Gleiches trifft auf das Geläut der Kirche zu. Von den drei aus den Jahren 1522/23 stammenden Glocken sind zwei noch erhalten. Dabei handelt es sich um ein Taktgeläut, das auch heute noch von Hand „gebeiert“ wird, d.h. nicht die Glocken werden geschwungen, sondern die Klöppel


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