Beckum: Propsteikirche St. Stephanus und Sebastian
Die Kirche St. Stephanus in Beckum ist in früheren Kirchenbauten bereits um 785 belegt. Im Jahr 1188 wird St. Stephanus erstmals als Pfarre genannt.
Geschichte und Architektur
Die Kirche ist eine der Urpfarreien des Münsterlandes. Der heutigen Kirche gingen drei Vorgängerbauten voraus, darunter ein karolingischer Gründungsbau (8. Jh.).
Der zweite Bau entstand im 10. bis 11. Jahrhundert, brannte jedoch im 12. Jahrhundert nieder und wurde durch einen vermutlich bereits dreischiffigen Neubau ersetzt. Zu diesem dritten Bau gehört auch der untere Teil des noch bestehenden, massigen Kirchturms des 13. Jahrhunderts, der heute in das Kircheninnere einbezogen ist.
Bei der Kirche handelt es sich um einen gotischen Hallenbau ohne Querschiff mit romanischem Westturm und barocker Haube von 1757. Das vierjochige Langhaus ist aus Beckumer Kalkstein mit Grünsandsteinquadern erbaut. Der Goldschrein der heiligen Prudentia darf den Anspruch erheben, das bedeutendste Kunstwerk dieser Kirche zu sein.
Bezieht man sich auf Qualität und Größe, so ist er sogar der herausragendste romanische Goldschrein in Westfalen. Die Inschrift am Prudentiaschrein besagt, dass der Schrein ursprünglich für Reliquien der Beckumer Kirchenpatrone Stephanus und Sebastian und des Märtyrerpapstes Fabian geschaffen wurde, dessen Fest zusammen mit dem von Sebastian am 20. Januar begangen wird. Die Inschrift besagt weiterhin, dass es Beckumer Bürger waren, die diesen kostbaren Schrein in Auftrag gaben.
An den großen Prozessionen trug man den kostbaren Schrein durch die Straßen der Stadt zu den 4 im Stadtgebiet liegenden Kapellen (Antoniuskapelle, Klarakapelle, Marienkapelle und Quirinuskapelle). Vor allem aber sollten die fruchtbaren Äcker und Felder gesegnet werden, denn sie machten den Wohlstand der Bürger aus.
Am 24. Juli 1881 schließlich erfolgte die feierliche Überführung der Prudentia-Reliquien. Seit diesem Tage trägt der Schrein den Namen Prudentiaschrein. Ursprünglich ruhte der Schrein unter dem Hauptaltar, später stellte man ihn in der 1930 errichteten seitlichen Kapelle auf. Seit der Kirchenrenovierung im Jahre 1967, anlässlich der 700-Jahr-Feier des Kollegialstifts, befindet er sich im Chor hinter dem Hauptaltar, mitten unter dem Gipfelpunkt des gotischen Zeltdaches.
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