Der Aasee in Münster ist immer ein tolles Ziel
Es zieht uns in die Westfalenmetropole Münster. Genauer gesagt: an den Aasee. Den umwandern wir. Etwa acht Kilometer lang ist die Strecke um den gesamten See, sie kann abgekürzt werden.
Gestartet wird zweckmäßigerweise am Freilichtmuseum Mühlenhof, Theo-Breider-Weg, denn dort gibt es kostenlose Parkplätze. Zu erreichen ist der Parkplatz über den Ring, Ausschilderung Zoo folgen. Von dort aus können Sie übrigens die „Vier vom Aasee“ mühelos zu Fuß erreichen. Ganzjährig laden die „Vier vom Aasee“ zum Familienausflug ein: Der Allwetterzoo mit dem Pferdemuseum „Hippomaxx“, das Mühlenhof-Freilichtmuseum und das Westfälische Museum für Naturkunde liegen nah beieinander.
Bevor der Aasee allerdings lockt, lohnt der Weg der Jahresbäume auf der Sentruper Höhe, das ist die Verbindung zwischen Mühlenhof und Naturkundemuseum. Jedes Jahr im April wird dort ein neuer Baum gepflanzt, und zwar der Baum des Jahres. Eine Erklärungstafel gibt es jeweils dazu. 1989 ging’s los mit der Eiche. Man sieht unter anderem die Hainbuche (1996), die Eberesche (1997) den Wacholder (2002) oder die Schwarzpappel (2006).
So, nun aber zum Aasee. Dieses größte Naherholungsgebiet Münsters mit 90 Hektar Größe kann mit einer Wasserfläche von 40 Hektar aufwarten. Der Aasee ist 2100 Meter lang und zwei Meter tief. Es gibt den alten Aasee bis zur Torminbrücke (1926 bis 1934 künstlich angelegt, um Münster vor Überflutungen zu schützen). 1976 dann kam der neue Aasee mit seiner Regattabahn hinzu. Heute übernimmt der Aasee, der phasenweise eine schlechte bis giftige Wasserqualität hat, trotzdem wichtige ökologische Funktionen als Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten.
Ein Blick zurück: Die Idee zu diesem künstlichen Gewässer hatte Münsters erster Zoodirektor Prof. Landois. Der übrigens noch viele weitere, teilweise doch recht unkonventionelle Ideen in Münsters Öffentlichkeit trug. Seinen See indes sah der Wissenschaftler, Lehrer und Theologe nicht mehr, er starb 1905.
Im nördlichen Teil dieses Gebietes zwischen Torminbrücke und Haus Kump verläuft der Hauptwanderweg X 14 des Westfälischen Heimatbundes, dem wir bis Haus Kump auch folgen. Dies ist ein alter Hof aus dem Jahr 889 und war Ausgangspunkt der Besiedlung im Westen Münsters. Der Speicher wurde 1549 gebaut und ist das älteste bäuerliche Gebäude in Münster. Umfangreiche Informationen über Haus Kump gibt es übrigens im reichbebilderten und empfehlenswerten Heft 104 der Schriftenreihe Westfälische Kunststätten des Westfälischen Heimatbundes, dort für lediglich 2,50 Euro zu beziehen.
Der X 14 knickt an Haus Kump nach rechts auf die K2 ab, wir sagen „Auf Wiedersehen“ und bleiben in Tuchfühlung mit dem Aasee.
Wo der See wieder breiter wird, ist der Segelclub Hansa Münster zuhause, 1973 gegründet. Er hat eine eigene Jugendabteilung und bildet auch aus. Interesse? Fragen genügt. Daneben liegt das Restaurant La Vela, was so viel wie Segel heißt.
Ach ja: Wir befinden uns übrigens seit langem bei dieser Wanderung auf dem Modersohnweg. Otto Modersohn, 1865 in Soest geboren, mochte Münster; seine Familie zog mit ihm 1874 dorthin. 1889 dann zog Otto Modersohn nach Worpswede.
Der Aasee endet nordöstlich an den Giant Pool Balls. Claes Oldenburg, Pop-Art-Künstler, baute die drei Riesenkugeln unter Protest vieler Münsteraner dorthin, heute sind sie ein geliebtes Markenzeichen des Aasees und der gesamten Stadt. Wir gehen weiter und kommen an der Anlegestelle des Fahrgastschiffes Prof. Landois vorbei, das zwischen Karfreitag und November täglich über den Aasee Richtung Mühlenhof schippert und 75 „lustige Seeleute“ mitnehmen kann.
Dann sehen wir die Yachtschule Overschmidt und den Tretbootverleih. Vorsicht ist geboten – nur allzu schnell kann man sich hier unsterblich verlieben. Na ja, sofern man ein schwarzer Schwan ist, Petra heißt und ein bildschönes Tretboot in Schwanenform erblickt. Sie erinnern sich an diese große Liebe zwischen Schwan und Tretboot? Vorbei am Segelclub Münster, der ebenfalls Segelkurse anbietet, geht es zu einem 1997 errichteten Pier des in Havanna geborenen Künstlers Jorge Pardo. Nun liegt schon der Mühlenhof mit seiner mächtigen emsländischen Bockwindmühle von 1748 wieder in Sichtweite.
Das war eine Wanderung, die zum Wiederkommen einlädt. Nämlich um einen der „Vier vom Aasee“ zu besuchen, einen Segelkursus zu absolvieren oder im Sommer auf den Wiesen einfach zu relaxen.
Informationen rund um das Wandern im Münsterland gibt es auch beim Westfälischen Heimatbund in Münster.
Weitere Informationen
Sandra Hamer
Kaiser-Wilhelm-Ring 3
48145 Münster
Telefon: 0251 / 203 810–15
Sandra.Hamer@lwl.org
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