Mörderischer Handel mit dem Teufel
Die alten, mächtigen Mauern der Burg Gemen bei Borken lassen erahnen, dass wer immer hier lebte, sicheren Schutz vor Gefahren von außen genoss. Doch alle Wassergräben und Mauern dieser Welt mochten den habgierigen und genusssüchtigen Grafen Styrum zu Gemen nicht helfen als er sich mit dem Teufel anlegte.
Während seine Untertanen Not litten und kaum ausreichend Nahrung hatten, führte der Graf der Burg Gemen selbst ein Leben in Saus und Braus. Trotzdem er von den Bauern auf seinen Ländereien so viel erpresste wie er konnte, war der gräfliche Geldbeutel wegen dessen Verschwendungssucht nie prall gefüllt und sann der Burgherr zu Gemen stets auf neue Wege, sein luxuriöses Leben zu finanzieren.
So gierig und hartherzig zeigte sich der Graf bei seinem Vorgehen, dass selbst der Teufel Wind von den Umtrieben des Borkener Burgherrn bekam und ihm ein Geschäft vorschlug. Zu Ruhm, Ehre und Geld werde er ihm verhelfen, wenn der Graf ihm dafür nach Ablauf eines Jahres und eines Tages ihm seine Seele verkaufe. Der Graf schlug mit glänzenden Augen in den verheerenden Handel ein und dachte sich, es sei ein leichtes den Leibhaftigen auszubooten.
Unbesorgt und mit Reichtümern überhäuft genoss der Graf fast ein Jahr lang sein Leben in vollen Zügen und soll gar zum General des Kaisers ernannt worden sein und am Wiener Hofe verkehrt haben. Bis der Tag nahte, an dem er nun seinen Teil des Handels hätte einlösen sollen.
Noch immer überzeugt von seiner List, machte sich der Graf auf nach Altötting, um hier die Mutter Gottes um Erlösung zu bitten und sich so von dem teuflischen Händel zu befreien. Doch der Teufel durchschaute den gräflichen Plan und verfolgte in Gestalt eines Hollenhundes die Kutsche. Er jagte den Grafen durch das Münsterland bis hin zu dem Wallfahrtörtchen, das die Kutsche gegen Mitternacht erreichte. Doch bis in den Ort schafft der Graf es nicht.
Stattdessen fand man ihn wenig später tot in seiner Kutsche in einem kleinen Wäldchen nahe dem Ort. In seinem Nacken klaffte die große Wunde eines Hundebisses und die Schwurfinger der rechten Hand waren ebenso pechschwarz gefärbt wie die Zunge des Grafen. Der Teufel hatte sich seinen Lohn geholt.
Noch heute kann man des nachts in einem Wäldchen nahe des ehemaligen Wohnsitzes des Grafen dessen Schmerzensschreie hören. Und in manchen Nächten soll er gar noch auf der Burg selber sein Unwesen treiben und nach seinen verlorenen Gütern suchen.
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